Schwarzer Holunder – Sambucus nigra L.

Wenn man mich fragen würde, ob ich eine Lieblingsjahreszeit habe, würde ich mit Nein antworten. Einfach, weil jede Jahreszeit schön ist und ihre Vorteile hat, welche uns die Natur in all ihren Facetten offenbart. Man muss sich nur die Zeit nehmen, sie zu beobachten.

Jetzt im Frühling, die Jahreszeit die vom Erwachen, der Wiedergeburt und der Auferstehung geprägt ist, sprießen überall Knospen und Blumen. Diese Jahreszeit ist geprägt vom Insektengeflüstern, dem Duft der Blumen, welcher sich mit der Tagesuhrzeit ändert und der Sonne, die sanft beginnt, die Erde zu erwärmen.

Elderflower tree

Heute möchte ich etwas über den essbaren Holunder mit dem wissenschaftlichen Namen Sambucus nigra, nicht zu verwechseln mit Sambucus ebulus (das giftige Kraut mit einer maximalen Höhe von 150 cm), schreiben.

Als Kinder haben wir während der Tage auf dem Land das Holz der jungen Äste des Holunderstrauchs verwendet, um Gläser und Strohhalme oder Pfeifen herzustellen. Holunderholz ist leicht, aber gleichzeitig elastisch und widerstandsfähig, und genau aus diesem Grund haben Bauern früher daraus die Griffe landwirtschaftlicher Werkzeuge selbst hergestellt. Die Ernte muss im November erfolgen; es werden dicke und schöne gerade Äste von 180/200 cm abgeschnitten und an beiden Schnittenden  mit Schuhfett (oder anderem Fett welches nicht ranzig wird) eingerieben. Danach werden die Äste ein Jahr aufgehängt, danach bearbeitet, neu gefettet und ein weiteres Jahr aufgehängt. Nach zwei Jahren ist der Holundergriff fertig getrocknet und einsatzbereit.

Schwarzer Holunder – Sambucus nigra L.

Der Holunder ist ein mittelgroßer Strauch/Baum, wird bis zu 5 Meter hoch und gehört zur Familie der Caprifoliaceae. Aus Europa und dem Kaukasus kommend, findet man ihn vor allem entlang von Straßen und Gräben. Er blüht im Frühjahr (Anfang Mai) und trägt im Hochsommer (August/September) seine Früchte. Die Blüten haben eine schmutzigweiße/gelbliche Farbe und die bei Vollreife schwarz gefärbten Früchte wachsen in Doldelnform.

Geschichte

In der Antike wurden dem Holunder magische und heilende Kräfte zugeschrieben, deshalb war es damals verboten, die Pflanze zu schneiden. Sie wurde oft in der Nähe von Bauernhäusern und Klöstern gepflanzt, um böse Geister fernzuhalten. Im antiken Griechenland und Rom wurde die „Sambuca“ eine aus Holunderholz hergestellte Flöte, als Musikinstrument verwendet: Tatsächlich leitet sich der Name Sambuco vom griechischen sambuké ab, was übersetzt Flöte bedeutet.

road under stone arch in old town
close up of a wooden door

Eigenschaften und Verwendung

Die Pflanze ist seit den Zeiten von Hippokrates (dieser nannte sie „Apotheke der Götter“) aufgrund der zahlreichen überlieferten Eigenschaften bekannt. Dank der hohen Konzentration an Flavonoiden und Phenolverbindungen hat der Holler eine starke antioxidative und entzündungshemmende Wirkung.

Alle Teile der Pflanze enthalten Cyanid, ein Giftstoff, der auch in Aprikosen- und Mandelkernen vorkommt. Die Menschen starben jedoch nicht an der Einnahme von unreifen Beeren, Rinde oder rohen Holunderwurzeln, sondern es traten Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf.

Reife Blüten und Beeren, gut gekocht, enthalten kein Cyanid und sind nicht giftig! Tatsächlich wird der aus den Beeren gewonnene Saft wegen seiner abführenden Wirkung verwendet oder heiß mit Zitronensaft getrunken, was Vorteile für das Immunsystem hat.

Die Blüten haben dank der Flavonoide und ätherischen Öle harntreibende und weichmachende Eigenschaften, fördern das Schwitzen bei Fieber und wirken gegen Erkältungen, Bronchitis, Sinusitis und Blasenentzündung. Ein 5%iger Aufguss der Blüten ist in der Tat sehr nützlich bei Erkältungen, Fieber, rheumatischen Schmerzen und entzündlichen Erkrankungen der Atemwege. Auf therapeutischer Ebene hat die WHO bereits 1999 die Verwendung von Holunder als schweißtreibendes Mittel anerkannt, und noch früher, 1986, hat die deutsche Kommission die Behandlung von Erkältungskrankheiten zugelassen.

Für die Zubereitung eines Kräutertees mit Holunderblüten etwa zwei Teelöffel getrocknete Blüten in 250 ml Wasser geben und 7 Minuten ziehen lassen.

Auch die reifen schwarzen Beeren können nach dem Kochen verwendet werden, um Gelees, Bonbons, Multivitaminsäfte zuzubereiten oder Wein zu färben.


*HAFTUNGSAUSSCHLUSS – BITTE BEACHTEN SIE
Die hier gegebenen Informationen dienen nur der Veranschaulichung und ersetzen keine medizinische Beratung. Nicht alle hier aufgeführten Anwendungen sind durch eine entsprechende experimentelle Überprüfung zugelassen und/oder unterstützt oder haben sie nicht bestanden. Aus diesem Grund können sie unwirksam oder sogar gesundheitsschädlich sein, auch wenn in der Literatur keine Nebenwirkungen oder besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung bekannt sind. Bevor Sie Teile des Hollerstrauches oder Produkte, die es als Heilmittel gegen Probleme oder Störungen enthalten, verwenden, ist es immer ratsam, den vorherigen Rat Ihres Arztes einzuholen.

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